{"id":3214,"date":"2018-07-01T13:55:53","date_gmt":"2018-07-01T11:55:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johannes-prassek.de\/?p=3214"},"modified":"2018-07-01T13:55:53","modified_gmt":"2018-07-01T11:55:53","slug":"ihr-werdet-meine-zeugen-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johannes-prassek.de\/?p=3214","title":{"rendered":"\u201eIhr werdet meine Zeugen sein\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eindr\u00fccke von der Bistumswallfahrt zum Gedenken an die L\u00fcbecker M\u00e4rtyrer am 23. 6.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3215\" src=\"https:\/\/prassek.ansgar-portal.de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2018\/07\/Pilgermesse-300x156.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/johannes-prassek.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pilgermesse-300x156.jpg 300w, https:\/\/johannes-prassek.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Pilgermesse.jpg 476w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die L\u00fcbecker M\u00e4rtyrer haben mit ihrem Leben ihren Glauben an Jesus und seine frohe Botschaft vom Reich Gottes bezeugt. Auf der Bistumswallfahrt f\u00fchrten die Pilgerwege zu den St\u00e4tten des Wirkens und Leidens der drei Kapl\u00e4ne Johannes Prassek, Eduard M\u00fcller und Hermann Lange und des evangelischen Pastors Karl Friedrich Stellbrink. Im Pilgerbuch waren Gebete, Lieder und Lesungen zu den jeweiligen Stationen zusammengestellt. Am ehemaligen Burgtorkloster begann ein Pilgerweg, den die Pilger f\u00fcr sich oder in kleinen Gruppen gehen konnten. Dort befanden sich im Dritten Reich das Untersuchungsgef\u00e4ngnis, in dem die Geistlichen viele Monate eingesperrt waren, und der Gerichtssaal, in dem sie am 23. Juni 1943 zum Tode verurteilt wurden. Es fanden F\u00fchrungen in Kleingruppen statt: Wir standen in dem ummauerten \u00a0Gef\u00e4ngnishof, wir standen im Erker des Gerichtsgeb\u00e4udes, von wo aus der W\u00e4rter die Gefangenen bei ihrem Hofgang \u00fcberwachte, wir standen in den Zellen, in denen tags\u00fcber die Betten hochgeklappt wurden, damit sich die Gefangenen nicht hinlegen konnten. Im Gerichtssaal wies der F\u00fchrer auf die Standhaftigkeit der Angeklagten hin, die sich nicht gegeneinander ausspielen lie\u00dfen. Diese erwuchs nach den \u00fcberlieferten Zeugnissen aus deren Glauben: \u201eWer sterben kann, wer will den zwingen?\u201c, notierte Johannes Prassek w\u00e4hrend seiner Gefangenschaft in sein Neues Testament.\u00a0 Dieses ist nebst weiteren Erinnerungsst\u00fccken in der Herz Jesu Kirche ausgestellt, in der alle drei Kapl\u00e4ne in der NS-Zeit gewirkt haben. In der Krypta der Kirche beteten Pilger still f\u00fcr sich, als eine junge Frau das Pilgerlied anstimmte: \u201eWir wollen, Gott, dir danken \u2026 In Krieg und Dunkel lag die Welt, als Du vier treue Zeugen vor Augen und gestellt.\u201c Im gegen\u00fcberliegenden Marienkrankenhaus gab es neben einem \u201eRaum der Stille\u201c einen Raum f\u00fcr die eucharistische Anbetung, der sich als zu klein erwies. Zwei Nonnen e gestalteten die \u201eStunde der Barmherzigkeit\u201c. Mit Gitarrenbegleitung wurde gesungen, der barmherzige Rosenkranz gebetet und eine blinde Frau stimmte \u201eMeine Hoffnung und meine Freude\u201c an. Momente, in denen einzelne initiativ wurden, machten besonders deutlich, wie ber\u00fchrt die Pilger waren. Trotz der gr0\u00dfen Zahl \u2013 \u00fcber dreitausend \u2013 war die Wallfahrt keine Massenveranstaltung, sondern eine vom Gemeinschaftssinn getragene Glaubensbekundung. Das zeigte sich auch im abschlie\u00dfenden Pontifikalamt auf der Freilichtb\u00fchne, das von Erzbischof Stefan He\u00dfe zusammen mit \u00fcber siebzig Konzelebranten und mehr als vierzig Messdienern gefeiert wurde. Was f\u00fcr ein Unterschied zur Messfeier von Johannes Prassek in seiner Gef\u00e4ngniszelle! Der Messwein und die Hostien daf\u00fcr wurden in den W\u00e4schepakten ins Gef\u00e4ngnis geschmuggelt, wof\u00fcr sich\u00a0Johannes Prassek bei der Pfarrhaush\u00e4lterin Johanna Rechtien bedankte: \u201eJetzt feiere ich jeden Morgen hier das hl. Opfer so einfach, wie es selbst in den Katakomben wohl nicht einfacher ging. Ein Salzn\u00e4pfchen ist der Kelch, ein Taschentuch das Korporale. Nur ein paar Tropfen Wein und ein kleines St\u00fcck Hostie, damit beides f\u00fcr viele Male reicht. Ich danke Ihnen, dass Sie den Mut hatten, an so etwas zu denken.\u201c Ein solches Zeugnis \u00fcberzeugt! Das war auch das Fazit der Predigt von Erzbischof He\u00dfe: \u201eNur Zeugen k\u00f6nnen \u00fcberzeugen\u201c. Was Zeugenschaft f\u00fcr uns heute bedeuten kann,\u00a0sprach der Landtagspr\u00e4sident\u00a0 von Schleswig Holstein in seinem Gru\u00dfwort an. Er rief\u00a0 zur Verteidigung unserer demokratischen Grundordnung auf, die es uns erm\u00f6glicht, unseren Glauben in Frieden und Freiheit zu leben. Ein anderer Aspekt wurde durch ein gleichzeitig zur Messe stattfindendes Footballspiel\u00a0 im angrenzenden Sportstadion deutlich, von dem lautes Cheerleadergetrommel her\u00fcberklang. Wir sollen Zeugen sein in einer s\u00e4kularen und pluralen Gesellschaft.\u00a0 Wie das zu verwirklichen sein kann, das ist das gro\u00dfe Thema im Erneuerungsprozess unseres Erzbistums!<\/p>\n<p>Die Wallfahrt macht Mut. Sie war nur m\u00f6glich durch den Einsatz von vielen, vielen Menschen. Ein besonderer Dank geb\u00fchrt selbstverst\u00e4ndlich den L\u00fcbeckern und ihrer wunderbaren Gastfreundschaft! Die mit Rosen geschm\u00fcckten Tische waren ein Ausdruck daf\u00fcr!<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Dr. Inge Blatt<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung des \u00a0Gottesdienst finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.erzbistum-hamburg.de\/?we_objectID=7468\">https:\/\/www.erzbistum-hamburg.de\/?we_objectID=7468<\/a><\/p>\n<p>Umfassende Informationen zu den L\u00fcbecker M\u00e4rtyrern finden Sie hier: <a href=\"http:\/\/www.luebeckermaertyrer.de\/de\/index.html\">http:\/\/www.luebeckermaertyrer.de\/de\/index.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/luebeckermaertyrer.erzbistum.hamburg\/\">https:\/\/luebeckermaertyrer.erzbistum.hamburg\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eindr\u00fccke von der Bistumswallfahrt zum Gedenken an die L\u00fcbecker M\u00e4rtyrer am 23. 6.2018 Die L\u00fcbecker M\u00e4rtyrer haben mit ihrem Leben ihren Glauben an Jesus und seine frohe Botschaft vom Reich Gottes bezeugt. 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