{"id":17205,"date":"2025-12-30T08:00:45","date_gmt":"2025-12-30T07:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/johannes-prassek.de\/?p=17205"},"modified":"2026-01-04T23:38:20","modified_gmt":"2026-01-04T22:38:20","slug":"was-ist-mein-heil-zur-erfahrung-des-propheten-simeon-im-tempel-ansprache-aus-der-weihnachtsvesper-2025-in-heilig-kreuz-volksdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/johannes-prassek.de\/?p=17205","title":{"rendered":"Was ist mein Heil?   Zur Erfahrung des Propheten Simeon im Tempel &#8211; Ansprache aus der Weihnachtsvesper 2025 in Heilig Kreuz &#8211; Volksdorf"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/heilig-kreuz-volksdorf.de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/12\/Ansprache-Weihnachtsvesper-2025-HP.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-7324\" src=\"https:\/\/heilig-kreuz-volksdorf.de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/12\/Weihnachtskrippe_Scherenschnitt.png\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"357\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Weihnachtsgeschichte, &#8211; jedes Jahr die Geburt Jesu, &#8211; wir h\u00f6ren sie gern, Gegen alle widrigen Umst\u00e4nde wird hier ein Kind geboren. Das r\u00fchrt uns. Wer ein Neugeborenes anschaut und in H\u00e4nden h\u00e4lt, wei\u00df etwas von dem Zauber, dem Wunder, den der unverstellte Blick des Kindes ausl\u00f6st. Er r\u00fchrt im Innersten an.<\/p>\n<p>40 Tage nach der Geburt Jesu bringen die Eltern nach alter Tradition Jesus in den Tempel, um Gott zu danken. Da begegnen sie Simeon, einem Propheten. Schon lange wartet er auf den Messias. Er hat eine gro\u00dfe Sehnsucht, &#8211; wird er es merken, wenn der Messias ihm begegnen wird? Er wei\u00df, es muss eine besondere Ausstrahlung von ihm ausgehen, eine, die seine innerste Seele ber\u00fchrt. Es ist die Hoffnung und der Glaube, dass Gott selbst Mensch wird. Die alten Weisheitsb\u00fccher sprechen vom Friedensf\u00fcrst und Heiland.<\/p>\n<p>Simeon hat sein ganzes Leben daran festgehalten, dass der Messias geboren wird. Lange musste er warten. <!--more--><\/p>\n<p>Auch wir kennen Wartezeiten. Der Advent als vorweihnachtliche Zeit, ist so eine Zeit. Auf was warte ich? Was w\u00fcnsche oder ersehne ich mir? Der Theologe Dietrich Bonhoeffer dr\u00fcckte die Zeit des Wartens einmal so aus: \u201eAuf die gr\u00f6\u00dften, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt m\u00fcssen wir warten, da geht\u2019s nicht im Sturm, sondern nach den sch\u00f6pferischen Gesetzen des Keimens und Wachsens und Werdens.\u201c<\/p>\n<p>Atmen wir einmal kr\u00e4ftig durch. Vielleicht k\u00f6nnen wir innerlich und \u00e4u\u00dferlich still werden, um uns dem Tiefen und Zarten, dem Neugeborenen, dem Heilsamen zu n\u00e4hern.<\/p>\n<p><strong>Links und rechts von der Krippe z\u00fcnden wir zwei gro\u00dfe Kerzen an! (<\/strong><strong>Strahler auf Krippe richten)<\/strong><\/p>\n<p>Heute, in dieser Stunde, darf ein Wunder geschehen. Wie damals im Tempel k\u00f6nnen wir versuchen, hier an der Krippe einzutauchen in das Erkennen des Simeon:\u00a0\u00a0 \u201eMeine Augen haben das Heil gesehen\u201c.<\/p>\n<p>Was ist hier geschehen?<\/p>\n<p>Simeon, der alte Prophet im Tempel hat Augen, die schauen k\u00f6nnen, die sehen etwas, was unter der \u00c4u\u00dferlichkeit liegt. Als kleines Kind. Das geht zu Herzen. So kommt Gott in die Welt. Simeon aber sieht mehr. Er erkennt in diesem Kind eine Botschaft, die alles ver\u00e4ndern kann, eine Wahrheit, die alle Weisheit der Welt umfasst. Dieser Blick des Kindes meint es gut mit Simeon. Dieser Blick meint es gut mit jedem und jeder, mit mir, mit dir, hier darf ich sein, wie ich bin, hier bin ich angenommen und sch\u00f6n &#8211; auch mit meinen Schattenseiten. Mein ganzes Leben ist mit einem Mal gut getragen &#8211; heil. Durch dieses Kind schaut mein Gott mich an. Simeon sp\u00fcrt: das ist heilsam. Darum kann er sagen: \u201eIch habe das Heil gesehen.\u201c Das macht ihn gl\u00fccklich, erf\u00fcllt ihn. Gott gibt es nicht nur in dieser Welt \u2013 irgendwie, als Ganzes. Gott gibt es f\u00fcr jeden und in jedem von uns. Darum ist das Schauen wichtig. Ich muss richtig hinsehen, meine Augen \u00f6ffnen f\u00fcr das Wundervolle, f\u00fcr das G\u00f6ttliche, in dem sich Gott selbst seiner Sch\u00f6pfung geschenkt hat: in mir, in dir, in allen Menschen.<\/p>\n<p>Wenn ich sp\u00fcre, wenn ich erfahre, als die Person, die ich bin, geliebt zu sein, f\u00fchlt sich das heil an. Nicht mein Aussehen, meine Stellung, meine Gesundheit oder mein Alter spielen da eine Rolle. Ich bin angeschaut, in Blick genommen, bejaht. Das hat nichts mit Perfektion zu tun. Das Leben ist nicht perfekt, unsere Lebenssituationen sind nicht sorgenfrei &#8211; und doch kann darin Heilsames geschehen. Dass unter aller Bruchst\u00fcckhaftigkeit unseres Lebens Heilsames geschehen kann, dass Gott in uns Heilsames erwachsen l\u00e4sst, dass mit Gott das Heil in jeden von uns gekommen ist, das ist die Zusage dieses Kindes in der Krippe. Geboren in einer zerr\u00fctteten Welt, armselig, verfolgt, missverstanden. Auch bei ihm kein Glanz und Ruhm. Und doch, die g\u00f6ttliche Liebe schaut uns in dem Kind in der Krippe an. Sie sagt: So wie du bist, bist du gewollt, bejaht und sch\u00f6n! Gib meiner Liebe Raum, gib mir Wohnung in Dir, schafft einander eine Wohnung f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Heilsame Erfahrung.<\/p>\n<p>Ja, vielleicht kann man sagen, die liebende Zusage Gottes braucht einen Raum, braucht Wohnung in mir, ja <em>sucht<\/em> eine Wohnung in mir, in jedem von uns. Dieser Raum soll warm und gastlich sein. Ein solcher Raum kann Quelle des Heils f\u00fcr mich und andere sein. Einer solcher Raum strahlt aus, setzt Energie frei. K\u00f6nnte es das gewesen sein, was Simeon im Tempel in dem Kind als das Heil gesp\u00fcrt, gesehen, erfahren hat? Was er <em>f\u00fcr<\/em> sich und dann auch <em>in<\/em> sich entdeckt hat? Was es in jedem Menschen zu entdecken geben k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Machen wir uns auf die Suche nach unserem Heil, nach dem g\u00f6ttlichen Grund in uns und anderen. Schaffen wir Gott eine Wohnung und geben wir seiner Liebe Raum. In unserem Leben, in unserem Alltag, in unseren Mitmenschen. Wer wei\u00df, wo <em>wir<\/em> unser Heil erfahren?<\/p>\n<p>\u2026 und vielleicht lassen sich heilsame Erfahrungen sogar weitertragen? Was k\u00f6nnte das hei\u00dfen?<\/p>\n<p>Manchmal geht es um Vergebung. Mir selbst in meiner Fehlerhaftigkeit vergeben, oder einen Schritt auf den anderen zuzugehen, auch wenn ich nicht alles verstehe.<\/p>\n<p>Heilsame Erfahrungen lassen sich weitertragen, wenn ich genau hinschaue und mutig bin, eingreife, wo Menschen beleidigt, missachtet werden und Hilfe brauchen.<\/p>\n<p>Heilsame Erfahrung kann mir Kraft geben, meine T\u00fcr zu \u00f6ffnen und mich auf Menschen einzulassen, die traurig oder einsam sind. Vielleicht kann ich so sogar eine \u201eWohnung <em>f\u00fcr<\/em> Gott in anderen\u201c auftun, sie dort besuchen und bei ihm oder ihr die Spuren der g\u00f6ttlichen Zusage entdecken.<\/p>\n<p>Heilsame Begegnungen.<\/p>\n<p>An Weihnachten leuchtet diese Freude auf. Heute gilt der Blick des g\u00f6ttlichen Kindes in der Krippe meiner Seele und ich darf mich mit allen hier i[n der Kirche) daran freuen.<\/p>\n<p>Betrachten Sie jetzt gern ihre Kerze und schauen Sie, was Ihre Seele heilt und zum Leuchten bring! Amen.<\/p>\n<p><em>Ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest w\u00fcnscht Ihnen allen das Vorbereitungsteam der Weihnachtsvesper: Ulla B\u00fcrger, Ira Blessing, J\u00fcrgen Deters, Brigit K\u00fchl und <a href=\"mailto:n.luebke@johannes-prassek.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Norbert L\u00fcbke<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Den Text der Ansprache zum Ausdrucken oder Weiterreichen finden Sie\u00a0 nochmal\u00a0 <a href=\"https:\/\/heilig-kreuz-volksdorf.de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/12\/Ansprache-Weihnachtsvesper-2025-HP.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weihnachtsgeschichte, &#8211; jedes Jahr die Geburt Jesu, &#8211; wir h\u00f6ren sie gern, Gegen alle widrigen Umst\u00e4nde wird hier ein Kind geboren. Das r\u00fchrt uns. Wer ein Neugeborenes anschaut und in H\u00e4nden h\u00e4lt, wei\u00df etwas von dem Zauber, dem Wunder, den der unverstellte Blick des Kindes ausl\u00f6st. 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